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Castellers in Barcelona. Menschenpyramiden

Auf Volks- und Patronatsfesten füllen sich die Hauptplätze eines jeden Dorfes oder einer jeden Stadt in Katalonien oder auf den Balearischen Inseln mit Menschen, die auf die Hauptattraktion des Tages warten: die Castellers.

Organisiert in Gruppen, den so genannten „Colles“, errichten die Castellers zum Rhythmus der Gralles (Holzblasinstrumente) und Timbals (Trommeln) komplexe Menschenpyramiden verschiedener Strukturen und Höhen. Obwohl der Ursprung dieser Tradition, die Ähnlichkeiten und mögliche Verbindungen zur valenzianischen Moixiganga und der aragonesischen Dance del Tauste aufweist, nicht genau bekannt ist, ist sie doch seit dem 18. Jh. schriftlich dokumentiert, mit besonderer Bedeutung in der Region Tarragona und el Penedés.

Ein „Castell“ (Burg) setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

  • La pinya (Zapfen): eine sich aus zahlreichen Castellers zusammensetzende Gruppe, welche dem Castell als Stütze dienen.
  • El tronc (Stamm): ist der zentrale untere Teil des Castells, welcher unterschiedliche Höhen aufweisen kann; jede Etage weist je nach Ebene einen anderen Namen auf: Baixos (Unterleute), zweite Ebene, dritte Ebene, vierte Ebene, fünfte Ebene, sechste Ebene.
  • El pom (Kuppel): die letzten drei Etagen der Pyramide, welche von Kindern gebildet wird.
  • Els dosos (zwei stehende Castellers): die erste Etage des „Poms”, welche aus zwei Kindern gebildet wird.
  • Aixecador (Träger): auch „Acotxador“ oder „Cassoleta“ genannt, ist ein Kind, das auf den zwei „Dosos“ hockt.
  • Enxaneta (Eichhörnchen): die letzte Etage des Castells, das Kind, welches die Pyramide krönt und das durch ausgestreckten Arm den völligen und korrekten Aufbau des Castells signalisiert.

Eine Besonderheit der Castells besteht darin, dass jede Struktur ihren eigenen Namen hat, gebildet aus einer Kombination aus Breite und Höhe der Pyramide. So ist ein 3d8 (drei zu acht) eine aus 8 Etagen bestehende Pyramide mit einer Höhe (einschlieβlich „Pinya“ und den drei Etagen des „Tronc“) bei dem jede Etage des Tronc sich aus drei Personen zusammensetzt. Die aus einer Person je Etage bestehenden Pyramiden heiβen Pilars (Säulen) und die Torres (Türme) sind die aus zwei Personen bestehenden Pyramiden. Viele Pyramiden können (oder nicht) zudem Extra-Stützringe aufweisen, die Folre (eine Gruppe von Castellers umgibt die zweite Etage), genannt werden, oder Manilles (eine Gruppe von Castellers umgibt die dritte Etage) und die Puntals (eine Gruppe von Castillers verstärkt die vierte Etage) um den höheren Pyramiden gröβere Stabilität zu verleihen, wie z.B. einer 3d10 amb folre i manilles.

Ein Tag der Castellers beginnt mit dem Toc de matines (Trommelschlag zum Morgengrauen), an dem die Gralla- und Trommelspieler durch die Straβen marschieren und die Leute wecken. Der Auftritt beginnt mit dem Toc d'entrada (Trommelschlag der Ankunft), welche die Ankunft der „Colla castellera“ (Menschenpyramide bildende Gruppe) am Platz ankündigt, mit dem Toc de castells (Trommelschlag der Castells) welcher den Aufbau der Pyramiden ankündigt. Der Toc de vermut (Wermutstrommelschlag) ist derjenige Trommelschlag, der schlieβlich das Ende des Auftritts ankündigt und dazu einlädt die Gruppen aufzulösen, um eben ein Gläschen Wermutwein vor dem Essen zu trinken.

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