


Das Gebäude wurde 1870 von dem katalanischen Architekten Jerónimo Granells als Stadtpalast für die Familie Serra-Chopitea, Mehrheitseigner der Firma Maquinista Terrestre y Marítima (MTM) und Gründer der ersten Bank von Barcelona im Jahr 1845, erbaut.
Das Ehepaar Herr Josep Maria Serra Muñoz und Frau Dorotea de Chopitea und de Villota war aus Chile nach Barcelona gekommen, beide stammten ursprünglich aus Familien des spanischen Adels. Das Paar hatte 6 Töchter. 1873 war ihr Wohnpalast an der Gran Via mitten im neuen Stadtviertel Eixample bezugsfertig geworden. Schon 1882 wurde Frau Dorotea Witwe und widmete ihre Zeit zunehmend sozialen Verpflichtungen, um die Lebensqualität der Barceloniner zu verbessern. So unterstützte sie unter anderem den Bau von Kirchen, Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen, zum Beispeil die Kirche Heiliges Herz im Tibidabo. Frau Dorotea führte einen Briefwechsel mit dem Gründer des Salesianerordens Don Bosco und dessen Nachfolger Michael Rua und unterstützte Sozialwerke der Salesianer in Chile und Barcelona. Ihr wurde von Paps Johannes Paul II. am 9. Juni 1983 der Titel „Venerabilis“- „Verehrungswürdige“ zuerkannt, und gegenwärtig wird ihre Seligsprechung geprüft. Vor kurzem hat der salesianische Historiker Ramón Alberdi ihre Biographie im 2009 veröffentlicht.
Das ehemalige Wohnhaus der Familie Serra-Chopitea war danach Sitz des Kunstvereins „Círculo Artístico de Barcelona“. Der 1881 gegründete Kunstverein änderte seinen Namen kurzfristig in Centro de Acuarelistas, wurde kurze Zeit später jedoch unter seinem ursprünglichen Namen neu gegründet. 1916 wurde dem Verein von König Alfonso XIII. der Titel Real Círculo Artístico de Barcelona verliehen. Vorrangiges Ziel des Vereins waren stets Förderung und Unterstützung künstlerischer und kultureller Aktivitäten.
Der Verein hatte seine Hochzeit zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts, zu den von ihm veranstalteten Ereignissen gehörten unter anderem der Ball im Großen Logensaal und im Opernhaus Gran Teatre del Liceo.
Zu den Präsidenten gehörten wichtiger Mann der katalanischen Gesellschaft wie Santiago Rusiñol und Josep Clarà.

