

Sant Jordi ist der Schutzheilige von Katalonien und ebenfalls von Aragón und den folgenden Ländern: Georgien, Griechenland, England, Litauen, Polen, Portugal, Russland und Serbien.
Der Name Jordi stammt aus dem Griechischen und bedeutet: "Bauer, der die Erde bearbeitet". Die meist verbreitete Legende über Sant Jordi ist ganz ohne Zweifel die des Drachen, in der unser Heiliger als Soldat oder Ritter vorgestellt wird, der gegen ein monsterhaftes Wesen kämpft (dem Drachen), der in einem See lebte und ein ganzes Dorf in Angst und Schrecken versetzte, das in Libyen gelegen war. Das besagte Tier verlangte zwei Lämmer täglich von den Dorfbewohnern, um sich von diesen zu ernähren, im Gegenzug würde es sich dann nicht der Stadt nähern. Doch am Schluss geschah es, dass den Viehzüchtern beinahe die Schafe ausgingen und diese dann beschlossen jeden Tag eine lebende Person an den Drachen auszuliefern, die durch Auslosung gewählt werden sollte. Eines guten Tages fiel das „Los“ auf die Tochter des Königs, doch als das Monster sie verzehren wollte, kam Sant Jordi und rettete sie. Und aus diesem Grund ist Sant Jordi in Katalonien auch der Schutzpatron der Verliebten. Die Legende von Sant Jordi wurde im 13. Jh. von Santiago de la Vorágine in seinem berühmten Werk "Die Goldene Legende" verfasst.
Jahrhunderte zuvor, im Mittelalter, organisierten die Adeligen Turniere in dem heutigen Stadtviertel Born, im Zentrum der katalanischen Hauptstadt. Im Verlauf dieser Wettkämpfe wurden die edlen Damen mit Rosen und Blumen beschenkt.
Es wäre an dieser Stelle allerdings angebracht darauf hinzuweisen, dass die Übereinstimmung des "Tag des Buches" und dem Sant Jordi Fest nichts mit dem Heiligen zu tun hat. Der Tag des Buches wurde zum ersten Mal am 7. Oktober 1926 abgehalten, zum Gedenken an den Geburtstag von Miguel de Cervantes, die Idee stammte von dem Schriftsteller und Verleger aus Valencia, Vicent Clavel Andrés, der in Barcelona lebte und diesen Gedenktag der Offiziellen Kammer des Buches von Barcelona vorschlug. Am 6. Februar 1962 wurde er von der spanischen Regierung genehmigt und der König Alphons der XIII unterzeichnete das Königliche Dekret, welches das "Fest des Spanischen Buches" einführen sollte. Im Jahre 1930 wurde beschlossen das Datum zu ändern und dieses Fest auf den 23. April zu verlegen, Todestag von Miguel de Cervantes. Es sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Miguel de Cervantes eine sehr gute Beziehung zu Barcelona hatte, eine Stadt, der er in seinem Werk "Don Quijote de la Mancha" groβes Lob spendete und in der der Hauptdarsteller eine Druckerei besuchte. Im Jahre 1995 legte die UNESCO den 23. April als Weltbuchtag und als Tag der Autorenrechte fest. Man rechnet, dass mehr als 80 Länder auf der Welt den "Tag des Buches" an diesem Tag feiern, obwohl Groβbritannien und Irland ihn am 14. März abhalten. Wir möchten ebenfalls daran erinnern, dass an einem 23. April des Jahres 1981 ein groβer katalanischer Schriftsteller gestorben ist, und zwar Josep Pla, und dass im Jahre 1616 an einem solchen Tag der berühmte englische Dramatiker William Shakespeare verstarb.
Heutzutage halten die Einwohner Barcelonas weiterhin den Brauch aufrecht, ihren Geliebten, Freunden, Partnern und Familienangehörigen während des traditionellen Sant Jordi Festes eine Rose zu schenken. Das Fest wird jeden 23. April in ganz Katalonien gefeiert, es ist jedoch in Barcelona, wo das Fest in bunteren Farben erscheint und die Menschen in Massen daran teilnehmen, vor allem auf der Rambla.
Die berühmte Promenade, die uns bis zum Hafen führt, füllt sich von den ersten Morgenstunden an mit Buch- und Blumenständen. Doch sofort versammelt sich dort eine groβe Anzahl an Personen, um auf der Rambla spazieren zu gehen und die Tradition einzuhalten: die Männer schenken den Frauen eine Rose und die Frauen schenken den Männern im Gegenzug ein Buch. Für die Buchhändler und Verleger ist es der Tag des Jahres, an dem sie die meisten Bücher verkaufen, und für die Leser ist es eine einmalige Gelegenheit sich ihren Lieblingsautoren zu nähern, denn diese signieren ihre Bücher mitten auf der Straβe.
Das Sant Jordi Fest ist erfüllt von Gefühlen und Geschichte, da es mit der Legende des Ritters Sant Jordi in Verbindung steht, der den Drachen tötete, um die Prinzessin zu retten. Es ist nämlich so, dass an diesem Tag die Romantik und die Kultur ein einziges Gefühl bilden.
Kapitel 61 - Von den Erlebnissen Don Quijotes beim Einzug in Barcelona, nebst mancherlei, worin mehr Wahres als Gescheites enthalten.
Endlich zogen Roque, Don Quijote und Sancho mit sechs von den Knappen auf unbetretenen Wegen, auf Nebenpfaden und verborgenen Stegen nach Barcelona. Sie kamen in der Nacht vor dem Johannisfeste am Strande an, (…) Die Morgenröte wich der Sonne, die mit einem Angesicht, größer als das Rund eines Schildes, vom tiefsten Horizont allmählich emporstieg. Don Quijote und Sancho ließen ihre Blicke nach allen Seiten schweifen, sie erblickten das Meer, das von ihnen noch nie erschaut worden, und es schien ihnen weit, unermesslich zu sein, viel größer als die Teiche der Ruidera, die sie in der Manch! a gesehen hatten. Sie erblickten die Galeeren, die am Strande vor Anker lagen, ihre Schirmdächer herabließen und sich dann mit Wimpeln und Fähnchen bedeckt zeigten, die im Winde flatterten und die Wogen streiften und küssten; im Innern ertönten Oboen, Trompeten und Schalmeien, welche die Luft nah und fern mit lieblichen und kriegerischen Klängen erfüllten. Die Schiffe begannen sich in Bewegung zu setzen und eine Art von Seegefecht auf den ruhigen Gewässern aufzuführen, und schier ein Seitenstück dazu führten die zahllosen Reiter auf, die auf schönen Rossen und in glänzenden Trachten aus der Stadt heraus geritten kamen.
Miguel de Cervantes Saavedra. Zweiter Teil des Don Quijote de la Mancha (1615).